Diagnosen Teil 3: Chance-Risiko-Nebenwirkungen

Diagnosen als Vehikel

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Erinnerungen

  • Eltern stellen ihr Kind vor, Sie sind total überfordert durch sein ständiges Ausratsen. Der Kinderarzt vermutet ein Aufmerksamkeits-Defizitit-Syndrom. Die Untersuchung bestätigt ein ADHS, die Eltern fühlen sich entlastet, das Kind hat eine Störung. Die ambulante Familienbetreuerin hingegen verortet die Unruhe und emotionale Labilität des Kindes in der Kommunikation der Eltern mit dem Kind. Noch eine Idee taucht auf, laut der Sichtweise eines Bestsellerautors handle sich um das Erscheinungsbild einen kindlich narzistischen Tyrannen (siehe u.a. Denken ist das Gespräch zwischen mir und mir selbst – Dr. Hans Henzinger) auch Der systemische Therapeut der 80-er Jahre versteht das Verhalten des Kindes natürlich das eines Index-Patienten, wobei er nicht unrecht hat. Aber darauf, Recht zu haben, beruft sich gerne jeder.
  • Eltern melden sich wegen der Verhaltensschwierigkeiten des Sohnes in der Schule an, weil dieser aus Ihrer Sicht völlig unterfordert sei und deshalb störe. Die Lehrpersonen jedoch sehen das anders und vermuten eine Überforderung. Die psychodiagnostische Abklärung der Intelligenz zeigt eine leichte geistige Entwicklungsverzögerung. Die Eltern beginnen um eine Diagnose zu feilschen und wollen die Diagnose: Austismus-Spektrum-Störung.
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Soweit ein kurzer Einblick in den wenig sterilen Kontext von Diagnose. Diagnose ist nie etwas wie eine mathematische Gleichung, wo auf der einen Seite ein klar umrissenes Verhalten steht und auf der anderen Seite nach dem „=“ der diagnostische Fachbegriff.

Fortsetzung folgt …