Seele Fortsetzung

Vielleicht kennen Sie das auch?

Ich höre gerne Musik und ich liebe BACH und MOZART in ganz besonderme Maß. Und da merke ich manchmal ganz plötzlich, dass ich das Gefühl entdecke, mich tief verstanden zu fühlen.

Schon eigenartig, ich sage ja nichts und mir hört auch niemand zu.
Vielmehr hören anscheind nicht nur meine Ohren zu, sondern mein Herz, meine Seele und fühlt sich verstanden, iregendwie in einem ganz besonderen Einklang. Etwas in mir, das gar nicht mit Worten zu tun hat, nicht mit kognitivem Verstehen, kommt ins unbewusste Mitschwingen, nimmt mich ungefragt einfach mit. Ich werde Teil eines Geschehens, wie ein Klangkörper. Es ist so etwas wie Resonanz.

Man sucht sich aus, von wem man verstanden werden will.

Und dieser Satz hat Bedeutung in der Musik, aber auch in meiner Arbeit.
Wir öffnen uns besonders dann, wenn ganz bestimmte Voraussetzungen gegeben sind, wir das Gegenüber in Resonanz erleben und selbst Resonanz geben.

Das ist nicht immer ganz leicht, gerade auch dann, wenn wir uns bemühen, uns selbst zu begegnen, Geschichten in Frage zu stellen, die wir uns vielleicht gerne erzählen, weil sie uns gut tun, auch wenn wir wissen, dass sie uns nicht stärken.

Sich selbst zu begegnen, auch den ungeschminkten Selbstanteilen, braucht ein Gegenüber, das Stand hält, das mitschwingt und Resonanz gibt.

So kann es sein, dass beginne, meine Widerstände loslassen zu können, um so diese Anteilen in mir verstehen zu lernen.

Man sucht sich aus, von wem man verstanden werden will.

Seele – wie schaut sie aus?

Manchmal werde ich gefragt, wie ich zu diesem Bild komme, wo doch die meisten KollegInnen eher einen wunderschönen Baum, einen wohlgeformten Stein oder ein wunderbares Landschaftsfoto zeigen.

Und ich frage, wie ich mir die Seele vorstelle?
Menschen haben mir im Laufe der letzten Jahrzehnte viel von Ihrer gezeigt. Oft war sie geschunden und doch lebendig, verzweifelt und auf der Suche, resigniert und dann wieder voller Kraft.

Auch wenn ich mich nach meiner Seele „erkundige“, wie sie wohl ausschaut, kommt mir eben so ein Bild wie oben.
Vielleicht hängt das auch mit dem Altern zusammen und vielleicht bekommt auch unsere Seele „Falten“. Und gerade weil wir nicht immer „gewinnen“, weil wir auch Verluste einfahren, die uns auch an einen Abgrund führen können, bekommt sie auch Schrammen.

Das Bild mit dem Schilf entstand im Herbst, mein Sohn Paul hat es gemacht und mir gezeigt. Dieses Schilf ist nicht mehr ganz neu, es hat schon so manchen Sturm, Regen und viel Sonne erlebt. Aber so wie es da steht in der Herbstsonne am Rande des Walchsees, mehr und weniger durchsichtig geworden, ist es für mich einzigartig und wunderschön.

Und so hatte ich den Eindruck, einem Bild begegnet zu sein, das für mich an die „Seele“ erinnert. Und ich mag sie so.