Seele – wie schaut sie aus?

Manchmal werde ich gefragt, wie ich zu diesem Foto auf der Startseite komme, wo doch die meisten KollegInnen eher einen wunderschönen Baum, einen wohlgeformten Stein oder ein wunderbares Landschaftsfoto präsentieren.

Und ich frage, wie ich mir die Seele vorstelle?
Menschen haben mir im Laufe der letzten Jahrzehnte viel von Ihrer Seele gezeigt. Oft war sie geschunden und doch lebendig, verzweifelt und auf der Suche, resigniert und dann wieder voller Kraft.

Auch wenn ich mich nach meiner Seele „erkundige“, wie sie wohl ausschaut, kommt mir eben so ein Bild wie oben.
Vielleicht hängt das auch mit dem Altern zusammen und vielleicht bekommt auch unsere Seele „Falten“. Und gerade weil wir nicht immer „gewinnen“, weil wir auch Verluste einfahren, die uns mitunter an einen Abgrund führen können, bekommt sie auch Schrammen.

Das Bild mit dem Schilf entstand im Herbst, mein Sohn Paul hat es gemacht und mir gezeigt. Dieses Schilf ist nicht mehr ganz neu, es hat eine Geschichte, hat schon so manchen Sturm, Regen und viel Sonne erlebt und überlebt. Aber so wie es da steht in der Herbstsonne am Rande des Walchsees, mehr und weniger durchsichtig geworden, ist es für mich einzigartig und wunderschön und stimmig zu meiner Seele.

Und so hatte ich den Eindruck, einem Bild begegnet zu sein, das für mich an meine „Seele“ erinnert. Und ich mag sie so und ich habe mich an sie gewöhnt.